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Tagebuch - IRONMAN World Championship 2026, KAILUA-KONA Hawaii
05.10.2026
Heute steht Schwimmen auf dem Plan.
Eigentlich 3.300 Meter im Pool. Aufgrund meiner Wunde ziehe ich es jedoch vor, im Meer zu schwimmen.
Ab heute sind auch Helfer am Pier, die auf die Taschen aufpassen. Da noch nicht so viele Bojen draußen sind habe ich teilweise Probleme mit der Orientierung.
Ich habe auch noch meine Uhr vergessen, sodass ich keine Gefühl habe, wie weit ich geschwommen bin.
Aber egal, das darf man nicht so eng sehen.
Im Anschluss an das Schwimmen fahren wird in unsere Unterkunft zurück, das Frühstück ruft.
Danach gibt es einen kleinen Rundgang über das Hotelgelände mit anschließendem Einkehrstopp bei HHT. Das Team ist super toll, immer gut gelaunt und sehr hilfsbereit.
Es gibt immer etwas zu erzählen.
Jetzt noch 20 Minuten Mobilisation und das Tagessoll ist erfüllt.
Um 17:00 Uhr laden das Hannes-Hawaii-Team sowie die Zeitschrift Triathlon zu einem Welcome Get-Together Treffen im Beach Club ein.
Es gibt dieses Jahr ein Team Germany mit allen Athleten aus Deutschland, die in Hawaii starten.
Ich bin erstaunt, wie viele tatsächlich zu diesem Treffen gekommen sind. Es gibt eine kleine Ansprache sowie jeweils in Interview mit der Legende Norman Stadler sowie dem Rookie (Profi) Jonas Schomburg.
Im Anschluss werden kleine Snacks gereicht und man unterhält sich mit dem an- oder anderen.
Danach heißt es ab ins Bett.
Es ist bereits spät und die Augen werden schwer.
04.10.2026
Die Nacht war ganz okay.
Heute steht lediglich eine Radeinheit sowie eine Laufeinheit auf dem Plan.
Wir sind ohne Wecker so gegen 6:00 Uhr wach.
Wie jeden Morgen gibt es den ersten Kaffee auf dem Balkon mit Blick aufs Meer.
Es wird langsam hell, der Tag kann beginnen. Im Anschluss gibt es Frühstück.
Es werden die Radsachen gerichtet, Getränke sind bei diesem Klima wichtig und dann geht es ab in Richtung Highway.
Es ist Wahnsinn, wie viele Leute bereits mit dem Rad unterwegs sind.
Da Sonntag ist, hält sich der Verkehr in Grenzen. Es fahren kaum LKW’s.
Heute heißt es 2 ½ Stunden GA1, nicht so schwer treten, damit mein Knie nicht überlastet wird.
Der Wind meint es gut mit uns. Nach 75 Minuten wenden wir und es geht die Strecke wieder zurück. Nach etwas mehr als 2 ½ Stunden sind wir wieder im Hotel angekommen. Die Radklamotten sind klatsch nass.
Da ich nicht sofort loslaufen muss, mache ich mir noch ein Portion Müsli.
Das hätte ich besser nicht gemacht. Der Anschlusslauf bereitet mir Probleme.
Es ist sehr warm, das Müsli liegt mir schwer im Magen.
Ich komme nicht in meinen Laufstil. Aber egal, irgendwie gehen die 30 Minuten um und wir sind wieder beim Hotel.
Nachmittags fahren wir noch einmal zum Supermarkt um die Getränke aufzufüllen. Natürlich gibt es dann noch einen leckeren Ice-Kaffee.
Nach dem Abendessen fallen uns die Augen zu.
Wir gehen früh zu Bett.
03.10.2026
Die Nacht war leider auch nicht viel besser als die letzten Nächte.
Keine Ahnung weshalb ich dieses Mal so viele Probleme mit der Zeitumstellung habe.
Ich habe wieder ab 2:30 Uhr wach gelegen, bis um 6:00 Uhr der Wecker geklingelt hat.
Werner hat ähnliche Probleme, das beruhigt mich etwas.
Nach einem Kaffee mit Blick auf das Meer und den Sonnenaufgang haben wir die Schwimmtasche gepackt und sind zum Pier gefahren. Dort haben wir Norman Stadler getroffen. Ein ehemaliger Profitriathlet, der 2004 und 2006 die Ironman World Championship Meisterschaft auf Hawaii gewonnen hat.
Er nimmt dieses Jahr, so wie viele andere Agegrouper, an der Weltmeisterschaft auf Hawaii teil.
Eine weitere Persönlichkeit hatte bereits sein Schwimmtraining abgeschlossen.
Bob Babbitt, eine Legende im Triathlon Sport. Bob ist ein amerikanischer Journalist und nahm 1980 am erst dritten Ironman teil.
Wer Triathlon macht, kennt Bob Babbitt. Während der Weltmeisterschaft ist seine Interviewreihe „Breakfast mit Bob“ ein absoluter Kult-Treffpunkt, bei dem er Legenden und Newcomer vor die Kamera holt.
Werner hat eine Foto von Bob und mir gemacht, wir haben ein wenig gequatscht. Ein sehr netter Typ.
Natürlich war ich auch kurz im Wasser und bin ein paar Meter geschwommen.
Im Anschluss gab es noch einen leckeren Kaffee und einen Muffin.
Da heute auch die Messe eröffnet hat waren wir natürlich noch etwas schoppen.
Danach ging es nach Hause zum Frühstück und dann sind wir aufs Rad und wie üblich, den Highway entlang gefahren. Da es meinem Knie ganz gut geht bin ich noch eine kleine Runde gelaufen.
Das obligatorische Dehnen und Triggern kamen natürlich noch mit dazu.
Man möchte ja Verletzungen vorbeugen.
Mein Knie hat das Training gut überstanden. Ich bin inzwischen sehr positiv eingestellt.
Am Nachmittag haben wir noch etwas gechillt.
Der Tag neigt sich dem Ende zu.
02.10.2026
Es war die erste Nacht, die ich endlich durchschlafen konnte.
Das ist ein super Gefühlt und gibt mir die Bestätigung, dass es aufwärts geht.
Früh am Morgen steht wieder eine Schwimmeinheit an.
Es ist bereits wesentlich voller am Pier. Langsam füllt sich die Inseln mit Triathleten.
Die Schwimmeinheit ist unspektakulär. Leider sind keine Delfine oder außergewöhnliche Fische unterwegs.
Die Orientierung fällt mir heute etwas leichter.
Nach dem Frühstück geht es wieder aufs Rad. Da die Einheit vom Vortag super funktioniert hat und das Knie okay ist stehen 2 Stunden Rad auf dem Plan.
Es wird die Wettkampfstrecke auf dem Highway gefahren. Wahnsinn wie viele Athleten unterwegs sind.
Heute merke ich auch ganz extrem die Hitze sowie die hohe Luftfeuchtigkeit.
Der Schweiß läuft in Strömen. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen.
Der Puls ist höher, es erscheint anstrengender. Das regelt sich aber, wenn man noch einige Einheit absolviert hat.
Nach 1 Stunde geht es auf den Rückweg.
Werner hat wesentlich mehr Probleme mit dem Klima, nun ja, er muss sich auch erst akklimatisieren.
Im Anschluss wird noch etwas gedehnt (soweit es mit dem Knie klappt) und die Rolle benutzt.
Zum Abschluss des Tages besuchen wir noch ein Cafe mit leckerem Kaffee in Kona.
Man merkt, dass zwei Kreuzfahrtschiffe vor Anker sind, es sind viele Touristen unterwegs.
Die Messestände von Ironman werden inzwischen auch aufgebaut.
Der Run auf die Merchandise Artikel beginnt morgen früh. Wir sind natürlich auch dabei und werden wahrscheinlich auch einiges shoppen.
Es wird zwar nichts benötigt, aber man möchte ja Erinnerungsstücke haben.
Es gibt eine Banner mit den Namen aller Teilnehmer.
Ich habe mich auch gefunden, die Startnummer 163 ist meine Nummer.
Wir machen natürlich, wie bei jedem Wettkampf, ein Foto von meinem Namen.
Es muss ja alles dokumentiert werden.
Nach dem Abendessen wird noch ein bisschen entspannt bevor wir die Nachtruhe einläuten.
Ach, ganz vergessen zu erwähnen, wir hatten heute auch Hochzeitstag.
Die Geschenke haben wir aber zu Hause gelassen.
01.10.2026
Leider war die letzte Nacht ebenfalls nicht so prickelnd.
Ich denke, ich habe im Unterbewusstsein noch immer Stress mit meinem Knie.
Es ist jetzt schon die zweite Nacht mit Problemen beim Schlafen.
Ich glaube nicht, dass es mit der Zeitumstellung zusammenhängt.
Nun ja, es kann nur noch besser werden.
Nach Rücksprache mit Trainer und Arzt waren wir heute früh am Pier um das erste Mal zu schwimmen.
Das Meer und ich werden in diesem Leben keine Freunde mehr.
Die Wellen beeinflussen meinen Magen sowie meine Orientierung.
Ich tue mich schwer, die Bojen zu sehen und die korrekte Richtung einzuschlagen. Ich denke, daran wird sich auch nichts ändern.
Mein Knie bereitet mir beim Kraulen keine Probleme,
lediglich die Spannung aufgrund der Schürfwunde ist etwas unangenehm. Das Brennen durch das Salzwasser blende ich komplett aus. Ganz wichtig nach der Schwimmeinheit, die Wunde
ordentlich zu versorgen.
Im Anschluss gibt es ein gemütliches Frühstück auf unserem Balkon mit Blick aufs Meer.
Nach Rücksprache mit meinem Trainer wage ich mich ganz vorsichtig aufs Rad.
Die ersten Meter sind furchtbar, die Schmerzen von der Schürfwunde ganz schön heftig.
Ich kann jedoch feststellen, dass mir das Knie keinerlei Probleme bereitet, es ist nur die Schürfwunde sowie die Schwellung, die mir das Anwinkeln erschwert.
Ich bin jedoch glücklich, endlich ein paar Meter auf dem Rad zurücklegen zu können.
Es fühlt sich gut an, den Alii Drive entlang zu rollen, auch wenn die Geschwindigkeit sowie der Druck aufs Pedal ganz wenig ist.
Es ist ganz schön Betrieb auf der Strecke. Läufer wie Radfahrer teilen sich den Seitenstreifen.
Nach der kurzen Ausfahrt kühle ich sofort wieder mein Knie, ich habe aber keine Probleme, das Knie hält.
Das stimmt mich sehr positiv und ich bin sicher, dass ich am 10. Oktober am Start stehe.
Am Abend wird noch etwas gechillt und wir gehen früh ins Bett.
Da es ja bereits kurz nach 18:00 Uhr dunkel wird, sind die Tage relativ kurz.
30.09.2026
Die Nacht war durchwachsen.
Ich konnte nicht richtig schlafen und war bereits sehr früh wach.
Mein Knie schmerzt, ich bin erschlagen.
Aber egal, der Sonnenaufgang vom Balkon aus anzusehen entschädigt für vieles.
Die Wellen sind heute ziemlich hoch. Genau das, was ich nicht mag!
Jetzt heißt es erst einmal einkaufen, um dann gemütlich zu frühstücken. Die Preise im Supermarkt sind der Wahnsinn, man darf nicht darüber nachdenken. Unser Appartement liegt gut, wir haben einen schönen Blick aufs Meer.
Da wir bereits das 5. Mal auf Hawaii sind kennen wir uns inzwischen auch ganz gut aus.
Am Nachmittag kommen die Räder und Werner baut das erste Rad auf.
Ich liege überwiegend auf dem Sofa und kühle mein Knie.
Bin mental nicht gut drauf, da ich nicht sicher bin, ob ich am 10. Oktober starten kann.
Nach dem Essen falle ich müde uns Bett, kann jedoch nur sehr schlecht schlafen.
Es gehen mir so viele Gedanken durch den Kopf. So viel trainiert und jetzt dieser Sturz.
Ich habe vorsorglich noch eine Nachricht an meinen Arzt und meinen Trainer geschickt.
Ich muss schauen, was ich am besten in dieser Situation mache.
Daher ist es sinnvoll sich mit dem Trainer und dem Arzt abzustimmen.
Beide sind sehr positiv eingestellt und sind sich sicher, dass ich starten kann.
29.09.2026
Meine fünfte Reise nach Hawaii
Dieses Jahr reise ich leider mit gemischten Gefühlen nach KONA.
Am Samstag vor der Abreise bin ich bei einem Lauf gestützt.
Die rechte Seite ist etwas geprellt und mein Knie hat es erwischt. Schürfwunde am Knie, der Schleimbeutel hat etwas abbekommen und das Knie ist geschwollen. Man kann sich sicherlich vorstellen, dass die Freude auf die Reise nach Hawaii erst einmal etwas gemildert war.
Nach einem Check durch meinen Arzt wurde sichergestellt, dass ansonsten alles in Ordnung ist und ich meine Reise nach Hawaii antreten kann. Ich hatte trotz allem Glück im Unglück. Nach 2 Tagen nichts tun und Füße hochlegen ging es am 29.10.26 dann endlich los. Erste Station von Frankfurt nach San Fransisco mit einer 1 ½ stündigen Verspätung. Im Anschluss ging es dann weiter nach Kona. Ankunft in Kona abends um 21:30 Uhr, das Empfangskomitee von Hannes Hawaii Team stand bereits bereit. Aufgrund der vielen Athleten konnten nicht alle Räder mitgenommen werden. Werner und ich waren auch davon betroffen. Die Räder sollen am nächsten Tag kommen. Nach der Ankunft kurze Begrüßung durch das Team und dann noch schnell de Mietwagen abholen. Schnell ist relativ mit meinem Knie. Ich hatte vorsorglich Creme, Pflaster, Desinfektion eingepackt, somit konnte ich unterwegs mein Knie versorgen. Um kurz nach 11 Uhr sind wir dann endlich in unserem Appartement Kona by the Sea angekommen. Schnell noch Koffer auspacken, duschen und dann ab ins Bett. Die Anreise ist immer ein langer Tag.
2026
Kona HAWAI'I - ich komme !
14. Juni 2026
Januar 2026
QUALIFIED - 2026 IRONMAN WORLD CHAMPIONSHIP






