Andrea Herbold

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Tagebuch - IRONMAN World Championship 2026, KAILUA-KONA Hawaii

02.10.2026

Es war die erste Nacht, die ich endlich durchschlafen konnte.
Das ist ein super Gefühlt und gibt mir die Bestätigung, dass es aufwärts geht.
Früh am Morgen steht wieder eine Schwimmeinheit an.
Es ist bereits wesentlich voller am Pier. Langsam füllt sich die Inseln mit Triathleten.
Die Schwimmeinheit ist unspektakulär. Leider sind keine Delfine oder außergewöhnliche Fische unterwegs.
Die Orientierung fällt mir heute etwas leichter.

Nach dem Frühstück geht es wieder aufs Rad. Da die Einheit vom Vortag super funktioniert hat und das Knie okay ist stehen 2 Stunden Rad auf dem Plan.
Es wird die Wettkampfstrecke auf dem Highway gefahren. Wahnsinn wie viele Athleten unterwegs sind.
Heute merke ich auch ganz extrem die Hitze sowie die hohe Luftfeuchtigkeit.
Der Schweiß läuft in Strömen. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen.
Der Puls ist höher, es erscheint anstrengender. Das regelt sich aber, wenn man noch einige Einheit absolviert hat.
Nach 1 Stunde geht es auf den Rückweg.
Werner hat wesentlich mehr Probleme mit dem Klima, nun ja, er muss sich auch erst akklimatisieren.

Im Anschluss wird noch etwas gedehnt (soweit es mit dem Knie klappt) und die Rolle benutzt.
Zum Abschluss des Tages besuchen wir noch ein Cafe mit leckerem Kaffee in Kona.
Man merkt, dass zwei Kreuzfahrtschiffe vor Anker sind, es sind viele Touristen unterwegs.
Die Messestände von Ironman werden inzwischen auch aufgebaut.
Der Run auf die Merchandise Artikel beginnt morgen früh. Wir sind natürlich auch dabei und werden wahrscheinlich auch einiges shoppen.
Es wird zwar nichts benötigt, aber man möchte ja Erinnerungsstücke haben.
Es gibt eine Banner mit den Namen aller Teilnehmer.
Ich habe mich auch gefunden, die Startnummer 163 ist meine Nummer.
Wir machen natürlich, wie bei jedem Wettkampf, ein Foto von meinem Namen.
Es muss ja alles dokumentiert werden.

Nach dem Abendessen wird noch ein bisschen entspannt bevor wir die Nachtruhe einläuten.

Ach, ganz vergessen zu erwähnen, wir hatten heute auch Hochzeitstag.
Die Geschenke haben wir aber zu Hause gelassen.

01.10.2026

Leider war die letzte Nacht ebenfalls nicht so prickelnd.
Ich denke, ich habe im Unterbewusstsein noch immer Stress mit meinem Knie.
Es ist jetzt schon die zweite Nacht mit Problemen beim Schlafen.
Ich glaube nicht, dass es mit der Zeitumstellung zusammenhängt.
Nun ja, es kann nur noch besser werden.

Nach Rücksprache mit Trainer und Arzt waren wir heute früh am Pier um das erste Mal zu schwimmen.
Das Meer und ich werden in diesem Leben keine Freunde mehr.
Die Wellen beeinflussen meinen Magen sowie meine Orientierung.
Ich tue mich schwer, die Bojen zu sehen und die korrekte Richtung einzuschlagen. Ich denke, daran wird sich auch nichts ändern.

Mein Knie bereitet mir beim Kraulen keine Probleme,
lediglich die Spannung aufgrund der Schürfwunde ist etwas unangenehm. Das Brennen durch das Salzwasser blende ich komplett aus. Ganz wichtig nach der Schwimmeinheit, die Wunde
ordentlich zu versorgen.
Im Anschluss gibt es ein gemütliches Frühstück auf unserem Balkon mit Blick aufs Meer.
Nach Rücksprache mit meinem Trainer wage ich mich ganz vorsichtig aufs Rad.
Die ersten Meter sind furchtbar, die Schmerzen von der Schürfwunde ganz schön heftig.
Ich kann jedoch feststellen, dass mir das Knie keinerlei Probleme bereitet, es ist nur die Schürfwunde sowie die Schwellung, die mir das Anwinkeln erschwert.
Ich bin jedoch glücklich, endlich ein paar Meter auf dem Rad zurücklegen zu können.
Es fühlt sich gut an, den Alii Drive entlang zu rollen, auch wenn die Geschwindigkeit sowie der Druck aufs Pedal ganz wenig ist.
Es ist ganz schön Betrieb auf der Strecke. Läufer wie Radfahrer teilen sich den Seitenstreifen.
Nach der kurzen Ausfahrt kühle ich sofort wieder mein Knie, ich habe aber keine Probleme, das Knie hält.
Das stimmt mich sehr positiv und ich bin sicher, dass ich am 10. Oktober am Start stehe.

Am Abend wird noch etwas gechillt und wir gehen früh ins Bett.
Da es ja bereits kurz nach 18:00 Uhr dunkel wird, sind die Tage relativ kurz.

30.09.2026

Die Nacht war durchwachsen.
Ich konnte nicht richtig schlafen und war bereits sehr früh wach.
Mein Knie schmerzt, ich bin erschlagen.
Aber egal, der Sonnenaufgang vom Balkon aus anzusehen entschädigt für vieles.
Die Wellen sind heute ziemlich hoch. Genau das, was ich nicht mag!
Jetzt heißt es erst einmal einkaufen, um dann gemütlich zu frühstücken. Die Preise im Supermarkt sind der Wahnsinn, man darf nicht darüber nachdenken. Unser Appartement liegt gut, wir haben einen schönen Blick aufs Meer.
Da wir bereits das 5. Mal auf Hawaii sind kennen wir uns inzwischen auch ganz gut aus.
Am Nachmittag kommen die Räder und Werner baut das erste Rad auf.
Ich liege überwiegend auf dem Sofa und kühle mein Knie.
Bin mental nicht gut drauf, da ich nicht sicher bin, ob ich am 10. Oktober starten kann.
Nach dem Essen falle ich müde uns Bett, kann jedoch nur sehr schlecht schlafen.
Es gehen mir so viele Gedanken durch den Kopf. So viel trainiert und jetzt dieser Sturz.
Ich habe vorsorglich noch eine Nachricht an meinen Arzt und meinen Trainer geschickt.
Ich muss schauen, was ich am besten in dieser Situation mache.
Daher ist es sinnvoll sich mit dem Trainer und dem Arzt abzustimmen.
Beide sind sehr positiv eingestellt und sind sich sicher, dass ich starten kann.

29.09.2026

Meine fünfte Reise nach Hawaii

Dieses Jahr reise ich leider mit gemischten Gefühlen nach KONA.
Am Samstag vor der Abreise bin ich bei einem Lauf gestützt.
Die rechte Seite ist etwas geprellt und mein Knie hat es erwischt. Schürfwunde am Knie, der Schleimbeutel hat etwas abbekommen und das Knie ist geschwollen. Man kann sich sicherlich vorstellen, dass die Freude auf die Reise nach Hawaii erst einmal etwas gemildert war.
Nach einem Check durch meinen Arzt wurde sichergestellt, dass ansonsten alles in Ordnung ist und ich meine Reise nach Hawaii antreten kann. Ich hatte trotz allem Glück im Unglück. Nach 2 Tagen nichts tun und Füße hochlegen ging es am 29.10.26 dann endlich los. Erste Station von Frankfurt nach San Fransisco mit einer 1 ½ stündigen Verspätung. Im Anschluss ging es dann weiter nach Kona. Ankunft in Kona abends um 21:30 Uhr, das Empfangskomitee von Hannes Hawaii Team stand bereits bereit. Aufgrund der vielen Athleten konnten nicht alle Räder mitgenommen werden. Werner und ich waren auch davon betroffen. Die Räder sollen am nächsten Tag kommen. Nach der Ankunft kurze Begrüßung durch das Team und dann noch schnell de Mietwagen abholen. Schnell ist relativ mit meinem Knie. Ich hatte vorsorglich Creme, Pflaster, Desinfektion eingepackt, somit konnte ich unterwegs mein Knie versorgen. Um kurz nach 11 Uhr sind wir dann endlich in unserem Appartement Kona by the Sea angekommen. Schnell noch Koffer auspacken, duschen und dann ab ins Bett. Die Anreise ist immer ein langer Tag.


 

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Kona HAWAI'I - ich komme !


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